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bKV und Steuer: die Regeln in Kürze

Eine arbeitgeberfinanzierte bKV ist ein Sachbezug. Bleibt sie mit allen anderen Sachbezügen unter 50 Euro im Monat, ist sie nach heutigem Stand steuer- und sozialversicherungsfrei. Hier steht, worauf es dabei ankommt.

  • Stand: Oktober 2026
  • Allgemeine Information, keine Steuerberatung

Kurz gesagt

Eine vom Arbeitgeber bezahlte bKV gilt als Sachbezug. Nach § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG bleibt sie steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn alle Sachbezüge eines Mitarbeiters zusammen 50 Euro im Monat nicht übersteigen. Die Grenze ist eine Freigrenze: Schon ein Cent darüber macht den ganzen Betrag steuer- und beitragspflichtig. Darüber kommt eine Pauschalversteuerung durch den Arbeitgeber in Betracht.

50 Euro im Monat: fünf Regeln

§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG
  • Freigrenze, kein Freibetrag. Wird sie auch nur um einen Cent überschritten, ist der gesamte Betrag steuer- und beitragspflichtig.
  • Alle Sachbezüge zusammen. Tankgutschein, Guthabenkarte und bKV zählen gemeinsam.
  • Je Monat. Nicht genutzte Beträge lassen sich nicht übertragen.
  • Schutz statt Geld. Der Arbeitgeber ist Versicherungsnehmer, der Mitarbeiter erhält Versicherungsschutz.
  • Monatlich zahlen. Bei jährlicher Zahlung kann die Grenze im Zahlungsmonat überschritten sein.
Freigrenze, kein Freibetrag

Drei Wege, wie eine bKV behandelt werden kann

Welcher Weg gilt, hängt vor allem von der Höhe des Beitrags und Ihren übrigen Sachbezügen ab.

WegWer trägt die Steuer?SozialversicherungTypischer Fall
Sachbezug innerhalb der Freigrenzeniemand, der Sachbezug bleibt steuerfreibeitragsfreiBudgettarif, dessen Beitrag mit den übrigen Sachbezügen unter 50 Euro bleibt
Pauschalversteuerungder Arbeitgeber, pauschalje nach gewähltem Weg unterschiedlichhöheres Budget oder zusätzliche Bausteine, der Mitarbeiter soll nichts zahlen
Regelversteuerungder Mitarbeiter über die LohnabrechnungbeitragspflichtigEinzelfälle, etwa wenn die Freigrenze schon anderweitig ausgeschöpft ist

Vereinfachte Darstellung nach heutigem Stand. Welche Form der Pauschalversteuerung in Ihrem Betrieb möglich und sinnvoll ist, klärt Ihr Steuerberater.

Häufiger Irrtum: die 600 Euro für Gesundheitsförderung

Arbeitgeber können zertifizierte Präventionsangebote wie Rückenkurse bis zu 600 Euro im Jahr steuerfrei bezuschussen (§ 3 Nr. 34 EStG).

Beiträge zu einer betrieblichen Krankenversicherung fallen nach unserem Kenntnisstand nicht darunter. Sie können beides nebeneinander anbieten, die bKV lässt sich aber nicht über diesen Freibetrag finanzieren. Wer Ihnen eine solche Kombination vorrechnet, sollte das schriftlich belegen können.

Betriebsausgabe

Die Beiträge sind in der Regel als Betriebsausgaben abziehbar, wie andere Personalkosten auch.

Entgeltumwandlung

Üblich ist die bKV zusätzlich zum Gehalt. Wird sie aus bestehendem Gehalt finanziert, hat das andere Folgen, vor allem in der Sozialversicherung.

Lohnabrechnung

Auch steuerfreie Sachbezüge gehören ins Lohnkonto. Ihr Lohnbüro braucht Beitragshöhe je Mitarbeiter und Beginn des Schutzes.

So halten wir das Thema für Sie einfach

  1. Sachbezüge aufnehmen

    Wir fragen, welche Sachbezüge Ihre Mitarbeiter schon erhalten. Daraus ergibt sich der Spielraum für die bKV.

  2. Passende Tarife zeigen

    Sie sehen Tarife, deren Beitrag in diesen Spielraum passt, und Alternativen darüber, wenn Sie mehr Leistung möchten.

  3. Steuerberater einbinden

    Die steuerliche Einordnung trifft Ihr Steuerberater. Auf Wunsch stimmen wir uns direkt mit ihm ab.

  4. Unterlagen liefern

    Ihr Lohnbüro erhält Tarifbeschreibung und Beitragsübersicht für die Abrechnung.

Wir sind Versicherungsmakler und leisten keine Steuer- oder Rechtsberatung. Diese Seite gibt den Stand Oktober 2026 in allgemeiner Form wieder. Bitte stimmen Sie die Behandlung in der Lohnabrechnung mit Ihrem Steuerberater ab, bevor Sie die bKV einführen.

Fragen zur steuerlichen Behandlung

Ist die bKV steuerfrei?

Sie kann es sein: Als Sachbezug bleibt sie nach heutigem Stand steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn der Beitrag zusammen mit allen anderen Sachbezügen des Mitarbeiters 50 Euro im Monat nicht übersteigt. Darüber kommt eine Pauschalversteuerung durch den Arbeitgeber oder die normale Versteuerung in Betracht.

Was passiert, wenn die 50 Euro knapp überschritten werden?

Dann ist nicht nur der übersteigende Teil, sondern der gesamte Sachbezug dieses Monats steuer- und beitragspflichtig. Deshalb empfiehlt sich ein Abstand zur Grenze, vor allem wenn es weitere Sachbezüge gibt.

Können wir Tankgutschein und bKV zusammen gewähren?

Ja, solange beide zusammen innerhalb der Freigrenze bleiben. Wenn Sie heute schon Gutscheine ausgeben, rechnen wir mit Ihnen durch, welcher Spielraum für die bKV bleibt. Der Budgetrechner hat dafür ein eigenes Feld.

Können wir die bKV über die 600 Euro für Gesundheitsförderung finanzieren?

Nach unserem Kenntnisstand nein. Dieser Freibetrag gilt für zertifizierte Präventionsmaßnahmen und nicht für Versicherungsbeiträge. Bitte klären Sie das im Zweifel mit Ihrem Steuerberater.

Gilt die Freigrenze auch für Minijobber und Teilzeitkräfte?

Die Freigrenze gilt je Arbeitnehmer, gleich in welchem Umfang er beschäftigt ist. Wie sich der Sachbezug bei Minijobs auf die Verdienstgrenze auswirkt, hängt von der steuerlichen Behandlung ab. Bitte mit dem Steuerberater klären.

Müssen wir die Regelung schriftlich festhalten?

Es empfiehlt sich, die Zusage schriftlich zu regeln: wer die bKV erhält, ab wann, und was bei Elternzeit, längerer Krankheit oder Ausscheiden gilt. Versicherer stellen dafür häufig Muster bereit; die rechtliche Prüfung übernimmt Ihr Rechtsanwalt oder Steuerberater.

Sie möchten es für Ihren Betrieb genau wissen?

Wir zeigen Ihnen Tarife, die zur Freigrenze passen, und stellen die Unterlagen zusammen, die Ihr Steuerberater und Ihr Lohnbüro brauchen.

  • Tarifbeschreibung und Beitragsübersicht
  • Abstimmung mit Ihrem Steuerberater auf Wunsch
  • Erstgespräch kostenlos und unverbindlich
Telefon
0381 – 444 30 – 0
Adresse
SCHOENFINANZ · Tessiner Str. 27 · 18055 Rostock
Zeiten
Mo–Do 8–16 Uhr, Fr 8–14 Uhr und nach Vereinbarung
Gewünschter Kontaktweg

Bitte senden Sie keine Gesundheitsdaten Ihrer Mitarbeiter. Für die Beratung brauchen wir sie nicht.